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Sonderdruck, oder doch lieber digital?


Volles Haus gestern Abend im (schlecht klimatisierten) Marmorsaal der HU Berlin. Anlass war die Präsentation der beiden neuesten sonderdrucke: Christin Pinzers „Konstruktionen von Wirklichkeiten. Variierende Erzähl-Strukturen in einem privaten Fotoalbum des 20. Jahrhunderts“ (sonderdruck 6) und Laura Haßlers „An Ironic Dream of a Common Language. Haraways Cyborg im Kontext“ (sonderdruck 7). In der anschliessenden Podiumsdiskussion, die der Frage „Sonderdruck, oder doch lieber digital?“ gewidmet war, wurden weitere Projekte vorgestellt, die die Publikation von studentischen Texten zum Ziel haben. Die Fachschaft Geschichte der HU Berlin stellte Die junge Mommsen vor und wir waren mit Æther vertreten. Die Haupterkenntnis des Abends: Es gibt ein steigendes Bedürfnis nach neuen Formaten.

sonderdrucke 6 + 7, gestaltet von Dan Solbach

Nicht ganz so einig waren sich die Teilnehmer_innen darin, wie digital diese Formate eigentlich sein sollen. Während die einen die „Haptik“ des Materials und die unersetzbare soziale Funktion von Printprodukten betonten, stand für andere die Zugänglichkeit der Onlinepublikation im Zentrum. Insgesamt ging die Tendenz aber dahin, die Frage „analog oder digital“ nicht allzu dogmatisch und antithetisch zu beantworten, sondern vielmehr (ganz im Sinne von Æther) nach hybriden Wegen zu suchen. Und auch die Geld-Frage wurde gestellt: Haben Publikationsprojekte wie die Sonderdruck und Æther überhaupt eine Chance, sich auf dem hart umkämpften wissenschaftlichen Publikationsmarkt dauerhaft zu etablieren – und wer zahlt dafür?

Auch wenn viele dieser Fragen nur andiskutiert werden konnten, wurde doch deutlich, dass gerade in Zßrich und Berlin, Luzern, Lßneburg und anderswo auf unterschiedlichen Ebenen der akademischen Hierarchie ßber ähnliches, also ßber neue bzw. andere Publikationsformen nachgedacht wird.

sonderdruck 7: Haraway mit Fußnoten